Forschung in der Sternwarte


Wetterdaten und Umweltradioaktivät

Als Naturwissenschaftler interessiert uns nicht nur das Universum, sondern auch unsere nächste Umwelt. Das fängt schon beim Wetter und der direkten Umwelt in Solingen an. Deshalb messen wir schon heute an der Sternwarte Luft- und Bodentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Windgeschwindigkeit, Regenmenge und noch mehr. Außerdem zeigt eine Skycam rund um die Uhr den aktuellen Weitwinkel-Blick auf den Himmel. Alle Daten können Sie aktuell und für die jeweils vergangene Woche unter wetter.galileum.info abrufen.

Da wir unsere Umwelt aber auch im unsichtbaren Bereich erforschen wollen, misst unsere Station auch die ionisierende Strahlung, also die Umwelt-Radioaktivität. Um dies auch mit amtlichen Daten abzugleichen, hat außerdem das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf dem Gelände der Sternwarte eine Station zur Messung der Umwelt-Radioaktivität installiert. Deren gemessene Ortsdosisleistung (ODL) können ebenfalls immer aktuell auf der Webseite odlinfo.bfs.de abgerufen werden.

Selbstverständlich werden alle Messgeräte 2018 mit uns zum Galileum umziehen.

 

Blitzortung

Zum Wetter gehören bekanntermaßen auch Gewitter - sicherlich eines der aufregendsten und gefährlichsten Naturphänomene. In einem weltweiten Netz werden daher Gewitter beobachtet und die Positionen der Blitzeinschläge ermittelt. Die aktuellen Daten sind auf www.blitzortung.org für jeden einsehbar. Auch hier sind wir schon seit langer Zeit dabei. Unsere Station ist in der Stationsliste unter Nr. 826 zu finden, die globalen Daten sind aber viel interessanter, denn nur über das Netzwerk sind die Positionsbestimmungen der Blitze möglich.

 

Target Asteroids!

Seit Ende 2014 ist die Sternwarte Teil des internationalen Wissenschaftsprojekts Target Asteroids!, bei dem Amateurastronomen auch mit kleinen Teleskopen echte wissenschaftliche Daten erfassen können. Das Projekt, welches unter der Leitung der NASA-Mission OSIRIS-REx steht, besteht aus einem Netzwerk von etwa 150 aktiven Beobachtern weltweit und soll bei der Planung zukünftiger Asteroidenmissionen und der Früherkennung potenziell gefährlicher Asteroiden helfen.
Die OSIRIS-REx Sonde befindet sich seit September 2016 auf dem Weg zum Kleinplaneten Bennu, wo sie im Herbst 2018 ankommen wird. Hauptaufgabe der Mission ist die Untersuchung und Rückführung von Staub und Gestein zu unserer Erde. Zusammen mit Target Asteroids! hilft die Sternwarte den Wissenschaftlern und Ingenieuren Bennu und andere Asteroiden besser zu verstehen.
Neben der OSIRIS-REx Mission sind die erfassten Daten des Target Asteroids! Projekts auch wichtig, um Asteroiden und Objekte zu entdecken, die der Erde eines Tages vielleicht gefährlich werden könnten. Mit Hilfe von vielen kleineren Teleskopen auf der Erde werden die Positionen, Bahndaten und Erscheinungsbilder von Asteroiden und Kleinplaneten gemessen und in speziellen Programmen ausgewertet. Danach werden sie an die NASA und die IAU, die Internationale Astronomische Union, übermittelt und weiterverarbeitet. Allein in den letzten Monaten konnte die Sternwarte über 20 erfolgreiche Messungen durchführen und übermitteln – angefangen von kleinen, metergroßen Objekten bis hin zu kilometergroßen Steinen, die durch den äußeren Rand des Sonnensystems ihre Bahnen ziehen.

 

Mehr als 50 Jahre Sonnenbeobachtung!

Seit 1964 beobachtet unser Mitglied Peter Stolzen in jeder freien Minute die Sonne und bestimmt als Mitglied eines weltweiten Beobachtungsnetzes die Sonnenflecken-Relativzahl. Herausgekommen ist eine einzigartige Arbeit, die die Aktivität unseres Sterns über mehr als 50 Jahre präzise dokumentiert.

Die Aktivität unserer Sonne ist einem etwa 11-jährigen Zyklus unterworfen, d.h. etwa alle 11 Jahre treten Sonnenprotuberanzen, also Strahlungsausbrüche, die man im Wasserstoff-Licht am Rand der Sonne sehen kann, verstärkt auf. Dies gilt zeitgleich dann auch für die dunklen Sonnenflecken, die man im „weißen Licht“ mit einem starken Schutzfilter erkennen kann. So stellen die Sonnenflecken gewissermaßen einen klaren Maßstab für die Aktivität unseres Sternes dar.

Außerdem beobachten und fotografieren wir unseren Stern regelmäßig im H-Alpha Licht, also im roten Licht des ionisierten Wasserstoffs bei einer Wellenlänge von 656,28 nm