Sternschnuppen im August


30. Juli 2011

Auch in diesem Jahr steht den Astronomen im August wieder ein besonderer Leckerbissen bevor: Zwischen dem 10. und 14. August wird der sehr aktive Sternschnuppen-Schwarm der Perseiden erwartet, das Maximum dürfte in der Nacht zum 12. August liegen. Während der besten Beobachtungszeit nach Mitternacht können dann mit etwas Glück bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde gesehen werden. In diesem Jahr sind die astronomischen Bedingungen allerdings nicht sehr gut, denn am 13.  August ist Vollmond - der Himmel in den Sternschnuppen-Nächten ist also ziemlich hell.

Astronomisch sind diese Sternschnuppen (astronomisch korrekt: Meteore) Überreste des alten Kometen 109P/Swift-Tuttle (1862 III), eines jener berühmten „schmutzigen Schneebälle", die die Sonne umkreisen. In Sonnennähe „verdampft“ das Eis, die darin befindlichen Staubteilchen und Schmutzpartikel werden frei und bilden die imposanten  Kometenschweife. Ein Teil des Staubes bleibt aber gewissermaßen auf der Bahn „liegen“ und führt zu einer Staubspur im Weltall. Swift-Tuttle hat eine Umlaufzeit von rund 130 Jahren und war zuletzt 1992 in Sonnennähe - allerdings als recht unauffälliger Komet. Seine Staubspur ist jedenfalls noch recht frisch!
Wandert die Erde auf ihrer Bahn nun durch diese „Schmutzspur" des Kometen, so dringen die Staubkörnchen mit mehr als 65 km/s in die Atmosphäre ein. Die Luft wird dabei erhitzt und leuchtet gemeinsam mit den  verglühenden Staubteilchen auf. Auf der Erde sehen wir diese Leuchtspuren als Meteore oder Sternschnuppen. Die Staubkörnchen der Kometen sind dabei so winzig, dass sie meist vollständig verdampfen und uns nicht auf den Kopf fallen können. Falls die Größten unter ihnen aber doch den Weg durch die Lufthülle schaffen sollten, dann treffen sie als sogenannte Meteorite auf die Erde.

Verlängert man die in verschiedenen Beobachtungen gewonnenen Leuchtspuren der Meteore rückwärts, so treffen sich die rechnerischen Linien in einem Punkt, dem sogenannten Radianten. Dies ist der Punkt, wo die Sternschnuppen optisch  herzukommen scheinen. Tatsächlich rasen die Staubpartikel aber natürlich frontal auf die Erde zu. Der Radiant der Perseiden liegt im Sternbild Perseus (daher der Name Perseiden), in der Nähe der mit bloßem Auge sichtbaren Doppelsternhaufen h und Chi. Die Sternschnuppenspuren kann man jedoch verstreut über den ganzen Himmel sehen.

Zur Beobachtung von Sternschnuppen benötigt man kein Teleskop und keinen Feldstecher. Allerdings sollte man einen möglichst dunklen Beobachtungsplatz aufsuchen. In einem Liegestuhl an einem lauen Sommerabend lässt sich das himmlische Spektakel bestens genießen.

Eines sollte man aber auch in diesem Jahr unbedingt wieder beachten: Bei der Meteorvorhersage ist man nie vor Überraschungen (im positiven wie im negativen Sinne) sicher es heißt also einfach abwarten, was passiert. Beeinflussen können wir Menschen die Sternschnuppen jedenfalls nicht!