Neue Großteleskope für Radiowellen


Dienstag, 16. März 2010, 20:00

Dr. Rainer Beck, MPI für Radioastronomie, Bonn

Die nächste Generation von Radioteleskopen sammelt Radiowellen nicht mehr mit einem Metallspiegel, sondern mit einer großen Zahl von einfachen Dipolantennen, die fest auf dem Boden montiert sind. Das erste Radioteleskop dieser neuen Bauweise heisst LOFAR (Low Frequency Array) und arbeitet bei Wellenlängen zwischen 1 und 15 Metern.

Die ersten Stationen arbeiten bereits in den Niederlanden und neben dem 100m-Radioteleskop Effelsberg. LOFAR wird sich in einigen Jahren über ganz Europa ausdehnen und in den bisher unerforschten Bereich der langen Radiowellen vorstoßen. Dort sind z.B. Signale von den ersten Gas-Strukturen im Kosmos zu erwarten.

LOFAR ist der Prototyp für ein noch größeres Radioteleskop, das Square Kilometre Array (SKA) mit einer Sammelfläche von einem Quadratkilometer und einer Ausdehnung von mindestens 3000 km, das ab 2012 gebaut werden soll. Die enorme Empfindlichkeit wird es erlauben, bis zu den ersten Milchstraßensystemen im noch jungen Universum vorzustoßen. Das SKA soll fundamentale Fragen der Physik beantworten: Was ist der Ursprung des kosmischen Magnetismus? Was ist die geheimnisvolle "Dunkle Energie"? Gilt die Allgemeine Relativitätstheorie auch noch in der Umgebung Schwarzer Löcher?

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Veranstaltungsort: Sternwarte Solingen

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