Gammablitz trifft Erde


Eine gewaltige kosmische Explosion im 8. Jahrhundert

Dienstag, 13. Mai 2014, 20:00

Dr. Axel Tillemans, Titz

Im Jahr 774 oder 775 n.Chr. wurde die Erde von einem Gammastrahlenblitz getroffen. Die Indizien dafür fand im Sommer 2012 der japanische Forscher Fusa Miyake. Er hatte in den Jahresringen von Bäumen unerklärlich hohe Mengen der radioaktiven Kohlenstoffvariante C-14 gefunden. Bei diesem Ereignis traf auf die Erdatmosphäre die Energiemenge von etwa 14.000 Hiroshima-Atombomben – gerade noch wenig genug, um das Leben auf der Erde nicht in größerem Umfang zu schädigen.
Wissenschaftler der Universität Jena schließen daraus, dass der Ursprung dieses Blitzes, der nur zwei Sekunden dauerte, mindestens 30 Billiarden Kilometer von der Erde entfernt war (das ist 200 Millionen-mal der Abstand Erde-Sonne). Als Auslöser vermuten sie die Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher oder Neutronensterne. Solche Blitze werden von Astronomen mehrmals pro Jahr im Weltall beobachtet, doch dieser ist der erste bekannte Gammastrahlenblitz, der aus unserer Milchstraße stammt und deshalb eine potentielle Gefahr für die Erde darstellt.

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Veranstaltungsort: Sternwarte Solingen

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