Der Dynamo der Erde - Polt sich das Erdmagnetfeld um?


Dienstag, 08. November 2011, 20:00

Dr. Axel Tillemans, Titz

In den letzten 160 Jahren hat die Stärke des Erdmagnetfeldes um 10 Prozent abgenommen, zudem haben die Geophysiker auch im Erdinneren Beunruhigendes entdeckt: Im äußeren, flüssigen Erdkern, wo das Magnetfeld der Erde durch einen Dynamo-Effekt entsteht, befinden sich heute mehrere Regionen, in denen die Magnetfeldlinien in die „falsche“ Richtung zeigen. Diese „Antidynamos“ kündigen möglicherweise eine bevorstehende Umpolung des Erdmagnetfeldes an. Dieser Prozess würde mehrere 1000 Jahre dauern. Während dieser Zeit könnte das Magnetfeld uns nicht vor der gefährlichen kosmischen Strahlung schützen. Ein weiteres Anzeichen für ein schwächelndes Erdmagnetfeld: In manchen Regionen der Erde weicht die Richtung der Kompassnadel heute um bis zu 40 Grad von der tatsächlichen Nordrichtung ab. Während Christi Geburt war diese Abweichung nirgends größer als 10 Grad. Doch es gibt auch Beruhigendes: Forscher des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung haben in Modellrechnungen herausgefunden, dass die Antidynamos alle paar 1000 Jahre einen neuen Anlauf zur Umpolung des Erdmagnetfeldes nehmen. Aber nur in einem Bruchteil der Fälle gelingt ihnen das.

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Veranstaltungsort: Sternwarte Solingen

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